Wie reagieren Menschen in Gefahrensituationen auf Warnungen ihres Smart Homes? Dieser Frage ging das Löwe-Zentrum emergenCity nach. Die Ergebnisse zeigen: Je größer die Gefahr, desto eher überlassen Menschen dem intelligenten Zuhause die Entscheidung – etwa das automatische Schließen von Fenstern und Türen.
Smart Homes bieten neben Komfort wie automatischer Heizung oder Bestellungen auch Sicherheit. Forschende der TU Darmstadt, der Universität Kassel und der Philipps-Universität Marburg untersuchen, wie Smart Homes zur Krisenwarnung beitragen können. Integrierte Systeme könnten auf Bedrohungen gezielter reagieren als einzelne Geräte wie Rauchmelder, so Studienautor Markus Henkel. Zudem warnen sie nicht nur bei offiziellen Meldungen, sondern auch bei lokalen Gefahren.
In einem energieautarken Smart Home („eHUB“) wurden vier Gefahrenszenarien simuliert. 48 Teilnehmende reagierten auf unterschiedliche Automatisierungsstufen – von einfachen Hinweisen bis zur vollständigen Ausführung. Bei größter Gefahr, etwa einem Gasleck, wurden Warnungen durch Licht, Ton und Sprache vermittelt und das Haus schloss automatisch Fenster und Türen. Je ernster die Gefahr, desto höher die Akzeptanz automatischer Maßnahmen.
„Während Einzelgeräte wie Rauchwarnmelder die Bewohner vor bestimmten Gefahren warnen, bietet die Integration in umfassende Smart-Home-Warnsysteme das Potential für mehr Sicherheit, da Bauteile auf der Grundlage von vordefinierten Protokollen auf Bedrohungen reagieren können“, erklärt emergenCity-Wissenschaftler Markus Henkel, Erstautor der Studie, die am 4. März erschien.
Weitere Tests umfassten Hitze, Stromausfall und trockene Blumenerde. Die Zustimmung zur Automatisierung nahm mit der wahrgenommenen Gefahr zu. In einer Folgestudie fanden die Forschenden heraus, dass fehlerhafte Reaktionen des Hauses die Entscheidung, Smart-Home-Warnsystemen komplett zu vertrauen, beeinflussen. „Um die Akzeptanz dieser Systeme zu erhöhen, müssen sie individuell anpassbar sein“, ergänzt Markus Henkel. Um mehr über die Gestaltung solcher Warnsysteme herauszufinden, untersuchen die Wissenschaftler in weiteren Studien unter anderem auch, welche Anforderungen Menschen mit Beeinträchtigungen an diese Systeme stellen.