Die Umsatzerosion am Fenstermarkt in Deutschland beschleunigte sich im vergangenen Jahr rasant. Laut aktuellem Branchenradar Fenster in Deutschland schrumpften 2024 die Herstellererlöse um fast 14 % gegenüber Vorjahr auf rund 4,44 Mrd. Euro. Bereits im Jahr davor sank der Umsatz um knapp sechs Prozent. Die Verlustbeiträge kamen zu beinahe gleichen Teilen vom Neubau und der Sanierung, wenngleich der Neubau prozentuell deutlich rascher schrumpfte.
Mit den Herausforderungen des Marktes kamen die heimischen Fensterproduzenten offensichtlich besser zurecht als Importeure. Erstmals seit Jahren verloren etwa polnische Erzeuger von Fenstern Marktanteil. „Ein wesentlicher Grund dafür ist der Umsatzeinbruch im Objektbau, die Domäne polnischer Fensterbauer“, so Andreas Kreutzer, GF von Branchenradar Marktanalyse. Anders als deutsche Hersteller schafften es viele von ihnen bislang nicht, das Geschäft diversifizierter aufzustellen.
Rückgänge auch in Austria
Weiter schrumpfende Herstellererlöse sind auch in Österreich zu verzeichnen. Der Fenstermarkt dort bekam auch 2024 keinen Wind in die Segel. Zuwächse in der Sanierung reichten für eine Stabilisierung der Herstellererlöse nicht aus – trotz staatlich geförderter Sanierungsoffensive
Auch in Österreich müssen die Hersteller von Fenster und Türen aus allen Werkstoffen noch auf die Trendwende warten. Laut aktuellem Branchenradar Fenster in Österreich schrumpfte 2024 der Marktumsatz der Fenstererzeuger um knapp 5 % gegenüber Vorjahr auf 903 Mio. Euro.
„Zwar erhöhten sich im Jahresvergleich die Erlöse am Sanierungsmarkt um 3,5 %, im Gegenzug brach allerdings das Geschäft mit dem Neubau um 15 % ein“, so Andreas Kreutzer, Studienautor und Branchenradar-GF. Umsatzrückgänge gab es bei allen Rahmenmaterialien, nicht zuletzt, weil auch die Verkaufspreise sanken.
Im Schnitt wurden Fenster um rund 3 % günstiger verkauft als im Jahr davor. Insbesondere der Eigenheimsektor schwächelte nach wie vor augenfällig.
Im Vergleich zu 2023 reduzierten sich die Erlöse aus dem Verkauf von Fenstern für Ein- und Zweifamilienhäuser um sechs Prozent. Damit erodierte der Eigenheimmarkt in den beiden letzten Jahren um insgesamt 16 %.